Von:
Naomi Hill

e-vorurteil.de

Vorurteile – Urteile bevor sich jemand überhaupt die Mühe macht, Einen kennenzulernen. Das kenne ich aus eigener Erfahrung:

Ich, Naomi Hill, bin in den USA geboren, aber meine Mama ist Deutsche. Als ich 6 Jahre alt war, sind wir nach Deutschland umgezogen. Obwohl mein Name mich eindeutig als Ausländer outet, habe ich mich nie so gefühlt. Im Gegenteil, ich hatte viele Vorteile, weil ich verschiedene Weltanschauungen gleich als Kind mitbekommen habe. Das hat meinen Horizont erweitert. Weil ich hier aufgewachsen bin, habe ich mich immer „deutsch“ gefühlt.

Doch als ich während des Studiums in Nürnberg eine Wohnung suchte, bekam ich es nicht nur vom Hörensagen, sondern persönlich ganz handfest mit Vorurteilen zu tun. Auf eine der vielen Anzeigen hin rief ich an, um mich nach der Wohnung zu erkundigen. Natürlich meldete ich mich mit meinem Namen. Schließlich gehört das zum guten Ton. Darauf bekam ich zu hören: „Wir wollen keine Ausländer.“

Das hat mich sehr geschockt und tief gesessen. An meinem Deutsch kann’s nicht gelegen haben. So beschloss ich, das nächste Mal meinen Namen am Telefon nicht mehr gleich zu nennen.

Vorurteile können ganz schön weh tun und – sie treffen immer die Falschen. Wir sollten jedem eine Chance geben und ihn erst einmal als „Mensch – ein von Gott geschaffenes Geschöpf“ sehen.

„Der HERR, euer Gott, spricht: Der Fremde soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland.“ (3. Mose 19,34)